Mein erster und letzter Urlaub mit Stoma…

…entstand aus einem spontanen Impuls, dem Alltag so kurz vor der Rückverlegung unbedingt entfliehen zu müssen.

Eine leise Stimme im Hinterkopf „wer weiß, wie es nach der OP wird…“
Die Entscheidung in den Urlaub zu fahren war nicht leicht, da mich erst vor ca. 3 Wochen einmal wieder neue Komplikationen außer Gefecht gesetzt haben. Nach mehreren Tagen starker Schmerzen musste ich zur Endoskopie, bei der ein Loch in meiner Darmschleimhaut „gesichtet“ wurde – Verdacht auf Fistel. Überweisung in´s Krankenhaus zum MRT.

2 Tage vor Ende meiner Wiedereingliederung wieder krank geschrieben. Das war einer der Momente, in denen ich einfach keine Lust mehr hatte. Warum kann nicht einfach einmal Ruhe sein, warum schon wieder Höllenschmerzen trotz starker Schmerzmittel, wann ist das endlich vorbei, hatte ich nicht schon genug?? Die Packungsbeilage der Schmerztabletten studiert und feststellen müssen, dass eine Überdosis nicht tödlich ist, also Augen zu und durch. Für Außenstehende klingt das vermutlich sehr drastisch, aber solche Gedanken kommen einem an solchen Tiefpunkten nun einmal…

Den MRT Termin habe ich erst eine Woche später bekommen und 3 Tage vor dem Termin waren die Schmerzen plötzlich verschwunden, als seien sie nie da gewesen. Auf der MRT Auswertung war dann auch nichts weiter zu finden, was den Verdacht bestätigt hätte. Dafür mehrere große Zysten am rechten Eierstock, die ich abklären lassen sollte.
Also ab zum nächsten Arzt, der sich auf dem Ultraschall dann auch nicht sicher war, ob das jetzt Zysten oder vielleicht doch Verwachsungen sind – Überweisung in´s Krankenhaus zur weiteren Abklärung und ggf. operativen Entfernung. Oh Mann…

Um zurück zum Urlaub zu kommen – mit solchen ständigen unerwarteten Zwischenfällen überlegt man es sich jedenfalls 10 Mal, irgendwo hin zu fahren, wo man nicht in der Nähe des „Krankhauses seines Vertrauens“ ist.

Doch der Drang, hier einfach raus zu müssen nach den vergangenen 1,5 Jahren war größer und ich habe mir ein schönes Hotel in Tisens (Südtirol) von Donnerstag bis Dienstag gebucht, mein „Köfferchen“ (ok, es war ein Riesenkoffer, ein Rucksack, eine Badetasche und 2 Plastiktüten voller Schuhe 😀 ) gepackt und mich in´s Auto gesetzt. Das Hotel lag auf 650m Höhe und hatte einen traumhaften Garten – hier findest du einige Bilder.
Die Tage waren wunderschön und vollgepackt mit Impressionen dieser herrlichen Umgebung. Auf dem „Programm“ standen Wandern in direkter Hotelumgebung und auf dem Vigiljoch, Schloss Trauttmansdorff in Meran, der Kalterersee, eine Reitstunde in Hafling, der gigantische Wasserfall in Partschins (97m Fallhöhe) und zahlreiche Restaurantbesuche. Spontan habe ich dann noch ein paar Nächte verlängert und bin an den Gardasee gefahren – eine sehr gute Idee 🙂 Ich habe nette Bekanntschaften geschlossen, eine kleine Segeltour inkl. Kentern überstanden, Schloss Arco erklommen und einen wunderbaren Tag am Lago di Tenno verbracht.
Das Stoma war zu meinem eigenen Erstaunen „brav“ und hat keinerlei Probleme gemacht, obwohl ich mir jeden Abend ein Gläschen Weißwein gegönnt habe.

 

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