7 Gründe, ​warum ich für meine Krankheit dankbar bin

Immer wieder werde ich erstaunt gefragt, wie ich es schaffe, mit solch positiver Ausstrahlung über meine Erlebnisse der vergangenen 2 Jahre zu erzählen.

Gute Frage.

Diese Perspektive zu erlangen hat ein wenig gedauert – es hätte aber auch länger sein können und ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die auf Lebzeiten mit ihrem Schicksal hadern.

Also hab´ ich mal darüber nachgedacht und will nachfolgend einige Gründe nennen, warum ich dankbar bin für alles, was mir widerfahren ist:

1) Das Erfahren bedingungsloser Liebe.
Früher habe ich geglaubt, dass meine Familie und Freunde mich gern haben. Jetzt weiß ich es. Mit 1000%iger Sicherheit.
Die unendliche, bedingungslose Unterstützung und Liebe, die mir – auf allen erdenklichen Wegen – entgegengebracht wurde ist, einer der Hauptgründe meiner Genesung. (Ein weiterer ist mein – zumeist;) – unerschütterlicher Glaube an Heilung)
Alleine wäre das nicht möglich gewesen.

2) Ein neues Bewusstsein ist entstanden.
Nichts ist mehr, wie es einmal war. Und das ist gut so. (Darum konnte ich es nie leiden, wenn mir jemand gut zureden wollte und gesagt hat „bald bist du wieder ganz die Alte“…)
Auch wenn ich wieder an meinen alten Arbeitsplatz zurückgekehrt bin und augenscheinlich wieder das gleiche Leben führe, wie zuvor. Es ist doch alles anders.
Weil sich mein Bewusstsein verändert hat. Die Art, wie ich Dinge und das Leben sehe. Und ich bezweifle stark, dass ich diese Bewusstseinsänderung auf einem anderen Weg hätte erlangen können.
Sicher gibt es Menschen, die in der Lage sind, ganz ohne Schicksalsschläge zu diesen Erkenntnissen zu kommen. Ihnen gebührt mein allergrößter Respekt.
Aber ich, meine Seele, hat diesen Weg gewählt.
Und das führt direkt zum nächsten Punkt…

3) Lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen.
Sicher wäre es die bequemste Lösung gewesen, alles einem unfairen Lieben Gott in die Schuhe zu schieben. Oder den Ärzten, die mich mein halbes Leben mit Antibiotika zugestopft und damit mein Immunsystem und meinen Darm ruiniert haben. Oder der Lebensmittelindustrie, den Pharmakonzernen, stressigen Jobs, doofen Exfreunden oder wem auch immer. Ich denke du verstehst, worauf ich hinaus will..
Diese Lektion war sicherlich die schmerzhafteste, gleichzeitig aber auch die befreiendste.
Ich, ganz alleine, übernehme die volle Verantwortung für alles das passiert ist.
Warum? Weil ich es nicht als „Strafe“ oder „Unheil“ empfinde, sondern als verzweifelten Ruf meiner Seele verstehe, die sich nach jahre-, gar jahrzehntelanger Missachtung nicht mehr anders zu helfen wusste. Was ich damit meine folgt sogleich..

4) Selbstliebe in Angriff nehmen.
Ein kleines Wort mit unendlicher Bedeutung, das mir bis dahin in seiner Umsetzung völlig fremd war. Und der Schlüssel zu jeder Heilung ist.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem Leistung und Äußerlichkeiten Alles sind.
Sich selbst lieben? LIEBEN? „Was denken wohl die anderen, wenn ich das über mich selbst sage? Und überhaupt, „lieben“ ist ja schon sehr übertrieben – ich kann mich vielleicht mal ein bißchen MÖGEN, wenn ich in der Schule / im Beruf gute Leistungen erbracht und dafür ein Lob bekommen habe.“, „Wer sich selbst liebt, denkt nur an sich und ist total egoistisch“, „Was ist an mir schon liebenswert, ich sehe nicht einmal annähernd aus wie XYZ“ – ich könnte noch viele weitere destruktive Glaubenssätze finden – du wahrscheinlich auch…
Eigentlich gehört dieser Punkt irgendwie mit zur Eigenverantwortung.
In jedem Fall eine ebenso große Herausforderung.
ABER, ich bin ja ein Fan von Herausforderungen 😉 und willens, bis zum Ende meines Lebens daran zu arbeiten. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Und der erste Schritt war, zu erkennen, dass ich hier an mir arbeiten muss.

5) Die innere Stimme wahr-, und vor allem ernst nehmen.
Du weißt schon, was ich meine. Diese Stimme in dir, die meistens in Form von einem Bauchgefühl oder einem „unerklärlichen“ Wissen auftaucht. Meistens dann, wenn du still bist. Hektik und Stress mag sie nicht.
Die höre ich seitdem immer deutlicher und öfter. Nicht, weil sie vorher nicht da gewesen ist.
Sondern weil ich ihr nun den Raum gebe, sich zu äußern, sie ernst nehme und ihr die notwendige Beachtung schenke.

6) Mehr Empathie empfinden.
Die Erfahrungen, die ich mit dem Unverständnis von Außenstehenden und manchmal auch Nicht-Außenstehenden machen musste – die jede „unsichtbare“ Krankheit mit sich bringt – haben letztendlich dazu geführt, dass mein Empathievermögen gewachsen ist. Man überlegt es sich plötzlich doch lieber zweimal, bevor man es wagt, ein Urteil zu fällen…

7) Dankbarkeit.
Könnte man mit zu Punkt 2) zählen, aber ich denke sie verdient eine eigene Überschrift.
Dankbarkeit ist für mich in ihrer Bedeutung gleichgestellt mit Selbstliebe. Wieder ein kleines Wort mit großer Macht, das mir definitiv eine große Hilfe war und ist. Wir haben so unendlich viele Dinge, für die wir dankbar sein können. Wir sehen sie nur nicht, weil wir sie als selbstverständlich erachten.
Dankbarkeit für elementare Dinge, wie wieder laufen oder sprechen zu können, haben zu einer anderen Dimension von Dankbarkeit geführt, als sie mir bis dahin bekannt war. Selbst an einem Sch…tag kann ich mir jetzt ins Gedächtnis rufen, wie gesegnet ich bin…

Ich wünsche dir von Herzen, dass du einen Weg findest, dein Schicksal anzunehmen und das Beste daraus zu machen!

Alles Liebe,

Alexandra